6. ENSEMBLE Preisverleihung
„Hintergründige Recherche und unvoreingenommener Blick wichtiger denn je“
Foto: SJV/Oliver Dietze
Am Mittwochabend wurde im Forum der Saarbrücker Zeitung in Saarbrücken zum 6. Mal der Journalisten-Nachwuchspreis ENSEMBLE verliehen. Vor rund 40 Gästen wurden die Preisträger:innen für ihre herausragenden Beiträge zum Thema Migration und Integration geehrt.
Der Abend wurde eröffnet vom Hausherrn, SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst. Er betonte in seiner Begrüßung: „Hintergründige Recherche und ein unvoreingenommener Blick sind heute wichtiger denn je. Gerade beim Thema Integration brauchen wir Journalistinnen und Journalisten, die unverantwortlicher Zuspitzung auf der einen oder Schönfärberei der Probleme auf der anderen Seite eine professionelle Einordnung entgegensetzen.“
SR-Intendant Martin Grasmück unterstrich: „Der Ensemble-Preis trägt nachhaltig dazu bei, das Thema Integration mit seinen ganz unterschiedlichen Facetten und Problemen in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu bringen. Er macht an vielerlei Stellen auch deutlich, dass Integration uns alle als gesamtgesellschaftliche große Herausforderung betrifft. Nur gemeinsam finden wir auch zu einem gemeinsamen Leben.“
Ulli Wagner, ENSEMBLE-Initiatorin und Beiratsmitglied, ging in ihrer Rede auf Bernd Weiland ein; sie kannte den Stifter des Preises persönlich. „Bernd wusste, was ‚anders sein‘ bedeutet, dass es einsam machen und bedrückend sein kann. Er blieb aber optimistisch und war überzeugt davon, dass Vielfalt eine Chance ist – für die Gesellschaft und auch für die Medien. Ich gehe noch eins weiter und sage: ‚Multiperspektivische Berichterstattung‘ ist das Gebot der Stunde und die Chance für die Zukunft.“
Nachdem auch Jonathan Janoschka als Vertreter des DJV-Bundesvorstands eine kurze Rede gehalten hatte, ging es an das Verleihen der Preise. Als erstes prämiert wurde der Multimedia-Beitrag „Zwischen zwei Welten“ von Vanessa Felix Arroja (fehlte krankheitsbedingt), Emanuel Arzig und Nadja Bedoui. Dieser erschien in den Nachrichtenportalen der Verlagsgruppe Rhein Main und bei Podigee.
In der Kategorie Text gewann „Ein Kapitel, das fehlt“ (Print) bzw. „Schwarze Bibliotheken erzählen andere Geschichten“ (Online) von Olivia Samnick, Frankfurter Rundschau. In dritten und letzten Kategorie Audio wurde „Der erste Talahon“ von Janne Knödler, André Dér-Hörmeyer und Alexander Gutsfeld ausgezeichnet. Leider konnten die Audio-Preisträger:innen aus beruflichen Gründen nicht nach Saarbrücken kommen, bedankten sich aber per Videobotschaft für ihre Auszeichnung.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch den Saarbrücker Singer-Songwriter Thomas Guido Peter. Er beendete den offiziellen Teil des Abends mit einem Medley aus seinen Songs "Rosebud" und "Ode An Das Leben". Danach mischten sich die Preisträger:innen unter die Gäste. Mittendrin stand Christel Noll, Weilands Cousine, die sich schon seit Wochen auf die diesjährige Preisverleihung gefreut hatte. Sie war ebenso glücklich und zufrieden wie die Mitglieder von Jury und Beirat und natürlich auch die strahlenden Preisträger:innen, die sich danach noch ins Saarbrücker Nachtleben stürzten.
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