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SJV-News

28. Oktober 2019

freie*medien*freiheit

Rückblick auf die Veranstaltung im Landtag des Saarlandes

Foto: SJV/Pasquale D'Angiolillo

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Zum 70. Jubiläum des Grundgesetzes und zum 30. des Mauerfalls hatten die Landesmedienanstalt Saarland (LMS), die Siebenpfeiffer-Stiftung und der Saarländische Journalistenverband (SJV) im Rahmen der Reihe #Pressefreiheit dazu eingeladen, die Funktion von Journalismus und freien Medien für die Demokratie und die Bedeutung von Qualitätsjournalismus und Pressefreiheit als Grundlage für die Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt im Jahr 2019 zu beleuchten.

 

Unter dem Motto „Freiheit nutzen – Freiheit schützen“ stellten Sonja von Struve und Alexander Stock von der Hauptabteilung Kommunikation das ZDF-Projekt #unserefreiheit vor.

 

Einen Tag nach der Thüringen-Wahl sprach der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Roland Jahn, über den Thüringer Wahlkampf, in dem es hieß, die Meinungsfreiheit sei heute so eingeschränkt wie in der DDR. Diese Behauptung sei „eine Verhöhnung der Opfer der SED-Diktatur“. Er sprach in Hinblick auf das Leben in der ehemaligen DDR von einem „Klima der Angst und der Einschüchterung“. „Die Erfahrungen, dir wir damals in der DDR gemacht haben, sind äußerst wichtig“, um, so Jahn, zu erkennen, „was es bedeutet, wenn die Meinungsfreiheit nicht mehr da ist.“

 

Rund 30 Jahre nach dem Fall der Mauer ging es auch um die Sehnsucht nach Meinungs- und Versammlungsfreiheit, für die am 04. November 1989 bei der größten Demonstration in der Geschichte der DDR eine halbe Million Menschen in Ostberlin auf die Straße gingen.

 

Simon Hurtz, der Koordinator des Vocer Millennial Labs, erläuterte, inwieweit Social Media bei Kommunikation, Information und Meinungsbildung als publizistischer Faktor zu beachten und zu nutzen sind, und erklärte: „Statt mit dem Finger auf Facebook und andere soziale Netzwerke zu zeigen, sollten wir Journalistinnen und Journalisten uns lieber darauf konzentrieren, unseren Job als Meinungsbilder gut auszufüllen. Nur so behalten wir unsere Bedeutung.“

 

Zusammen mit der Vorsitzenden des DJV-Fachausschusses Online, Ute Korinth, und dem Vorsitzenden des Medienrates der LMS, Prof. Dr. Stephan Ory, ging es in einer engagierten Diskussion um freie Medien, Medien- und Meinungsfreiheit in der digitalen Welt von Facebook, Twitter & Co.

 

In einer Live-Schaltung beteiligte sich Prof. Dr. Klaus Meier aus Eichstätt an der Diskussion in Saarbrücken. Er gab eine Einordnung aus der Perspektive der Redaktions- und Journalismusforschung und betonte, Demokratie und Pressefreiheit seien zwei Seiten einer Medaille. „Alles was demokratiefeindlich ist, ist auch ein Feind des Journalismus. Es ist eine wesentliche Aufgabe des Journalismus, Fakten in die Debatten einzubringen“, betonte der Journalistik-Professor, der sich vor allem mit crossmedialen Entwicklungen sowie Ethik und Qualität des Journalismus befasst. „Auch wer im digitalen Zeitalter neue Zielgruppen erreichen will, muss sich an die journalistischen Grundtugenden halten: Recherchieren, überprüfen, einordnen.“

 

Prof. Dr. Dieter Dörr, der Gründungsdirektor des Mainzer Medieninstituts, forderte die Medien dazu auf, „nicht nur umfassende Informationen zu bieten, sondern die Werte, die der Demokratie zugrunde liegen, zu pflegen, vermitteln und betonen.“ Er schloss mit den Worten: „Ich bin hoffnungslos optimistisch, was Demokratie, Presse- und Rundfunkfreiheit betrifft. Aber wir müssen uns stets für die freiheitliche Demokratie einsetzen, denn wenn sie einmal verloren ist, ist es zu spät.“

 

Diese Veranstaltung fand im Rahmen der Aktion „bürgernaher Landtag“ statt und kann demnächst bei den Saarbrücker Medienimpulsen nachgelesen werden: www.medien-impulse.de.

Rückfragen über SJV: 0681 3908668, infospamfilter@djv-saarspamfilter.de                              #Pressefreiheit