SJV-News

02. April 2017

24 Stunden Zukunft

Haltung und Innovation

„Brauchen wir mehr Haltung im Journalismus?“ Mit dieser rhetorischen Frage konfrontierte Daniel Drepper, Chefredakteur von Buzzfeed Deutschland, in seiner Keynote 110 junge Journalistinnen und Journalisten.

Haltung sei nicht gleich Meinung, Haltung liege sehr viel tiefer, sagte er bei der bei der Konferenz „24 Stunden Zukunft“, die am Sonntagmittag in Potsdam-Babelsberg zu Ende ging. Die meisten seiner journalistischen Entscheidungen ließen sich auf wenige Eckpunkte seiner Biographie zurückführen. Gerade in einer Zeit, in der Recherche von Lesern angezweifelt werde, gehe es vor allem darum, unvoreingenommen zu berichten. Wichtig sei unter anderem auch, dass mehr Journalisten mit Migrationshintergrund in den Redaktionen arbeiten.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende Kathrin Konyen wies darauf hin, dass Journalisten ihre Ängste, Vorurteile und Weltbilder hinterfragen und gegebenenfalls anpassen müssten. „Der Pressekodex ist ein nützlicher Wegweiser, entbindet Journalisten aber nicht von der Pflicht zur Eigenverantwortung.“

Für Dominik Grau, Chief Innovation Officer beim Ebner Verlag wird für den Journalismus der Zukunft immer wichtiger, „die Leser besser zu analysieren“, betonte er in seiner Keynote am zweiten Tag. Dazu seien „authentisch digitale Führungskräfte“ nötig. Wie Sabrina Scharpen von funk und Judyta Smykowski von den Sozialhelden hält auch er flexible Arbeitszeiten, gutes Teamwork, Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Familie und Beruf für zentrale Punkte für künftiges journalistisches Arbeiten. Darauf müssten sich Medienunternehmen einstellen.

Die DJV-Tagung „24 Stunden Zukunft“ wurde vom DJV-Fachausschuss Junge Journalistinnen und Journalisten organisiert. Der Fachausschussvorsitzende Maurizio Gemmer freute sich: „Unsere 24 Stunden haben gezeigt, dass sich junge Journalistinnen und Journalisten von Hass und Hetze nicht abbringen lassen und Haltung zeigen wollen. Das macht Mut für die Zukunft.“

Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Eva Werner

Bei Rückfragen: Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/726 27 92 13