Montag, 06.09.2010

Aktuelles: Nachrichten von SJV und DJV

Meldung des SJV

SJV-Mitgliderversammlung: Ulli Wagner im Amt bestätigt

Die Gemeinsamen Vergütungsregeln für „Freie“ waren einer der Schwerpunkte der gut besuchten Mitgliederversammlung im Saarbrücker Presseclub. Dazu gab es eine Resolution an die Adresse der SZ, die einstimmig verabschiedet wurde. Bei den Vorstandsneuwahlen wurde die Vorsitzende Ulli Wagner im Amt bestätigt.

Der SJV sieht in den seit 1. Februar geltenden gemeinsamen Vergütungsregeln für freie Journalistinnen und Journalisten an Tageszeitungen einen wichtigen Schritt zur Sicherung der materiellen Basis freier Journalistinnen und Journalisten. Er appelliert an den dem BDZV angeschlossenen Verlag der Saarbrücker Zeitung, das Regelwerk umgehend in die Praxis umzusetzen und seine Redaktionen mit entsprechenden Honoraretats auszustatten. Dies vor allem mit Blick auf das Qualitätsbewusstsein der Saarbrücker Zeitung, „dem angemessene Honorare insbesondere für hauptberuflich tätige Freie nur förderlich sind“, heißt es in der Resolution.

Der SJV blicke auf ein ereignisreiches Jahr zurück, sagte Vorsitzende Ulli Wagner in ihrem Rechenschaftsbericht. In Anbetracht eines drohenden weiteren Stellenabbaus bei der Saarbrücker Zeitung habe der SJV hierzu erfolgreich konstruktive Gespräche gesucht. Auch an einer Regelung zur Altersteilzeit bei der SZ hat der SJV mitgewirkt, so dass neue Redaktionsmitglieder eingestellt werden können.

In der Diskussion um Einschränkungen im Online-Angebot des Saarländischen Rundfunks hat der SJV eine offizielle Stellungnahme abgegeben. Diese werde heute noch bundesweit als musterhaft zitiert, freute sich Vorsitzende Uli Wagner. Auch das Medienprojekt des SJV in Schulen sei ein voller Erfolg gewesen.

Als nicht durchführbar habe sich ein ähnliches Mentoring-Programm für Nachwuchsjournalisten wie in größeren Landesverbänden erwiesen. Der SJV sei dafür zu klein, und zudem sei die Zahl der Medien im Lande überschaubar, so Ulli Wagner. Auch die Idee der Gründung eines eigenen Hilfswerks wurde nach Prüfung nicht weiter verfolgt. Dazu wären größere Einnahmen erforderlich. Darauf bestünde jedoch wenig Aussicht, es sei denn, man wolle die Mitglieder zur Finanzierung heranziehen „oder uns gar von Sponsoren abhängig machen“, so Wagner.

Der SJV sei zwar einer der kleinsten, aber einer der aktivsten Verbände im DJV, lobte als Gast der stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Anger in seinem Grußwort. Für den DJV werde die Arbeit an der Basis noch wichtiger, auch in der Diskussion um die zukünftige Tarifpolitik. Und: „Wir müssen herausarbeiten, dass unsere Mitglieder einen Vorteil gegenüber Nichtmitgliedern haben. Wir werden mehr leisten müssen, um die Bedürfnisse der Mitglieder zu befriedigen, und das muss ohne größere Etats gehen“, so Anger.

604 Mitglieder hat der SJV derzeit, die Entwicklung ist leicht rückläufig. Dennoch: „Bei den jungen Kollegen sind wir unumstritten die Nummer Eins, sowohl beim SR als auch bei der SZ“ stellte Ulli Wagner zufrieden fest. Der Haushalt ist ausgeglichen. den geringeren Einnahmen durch Mitgliedsbeiträge stehen niedrigere Ausgaben etwa bei den Personalkosten gegenüber, berichtete Schatzmeister Klaus-Dieter Tiator.

Ulli Wagner wurde als Vorsitzende in ihrem Amt bestätigt, ebenso Sabine Janowitz als zweite stellvertretende Vorsitzende, Fred-Eric Schmitt als Generalsekretär, Klaus-Dieter Tiator als Schatzmeister, Anja Geis als Schriftführerin und Thomas Reinhardt als Beisitzer. Neu dabei sind Thomas Sponticcia als stellvertretender Vorsitzender sowie Alexandra Broeren und Mark Weishaupt als Beisitzer. Die Mitglieder stimmten auch der Berufung einer Schiedskommission für Streitigkeiten in Rechtsschutzfällen zu. Ihr gehören Klaus Becker, Gerhard Franz und Elisabeth Sossong an.

Sterbekasse jetzt mit gesondertem Vorstand

Bei der Mitgliederversammlung wurde auch die neue Satzung der Sterbekasse verabschiedet. Dies wurde aus aufsichtsrechtlichen Gründen erforderlich. Die Sterbekasse stellt jetzt einen eigenen Verein mit eigenem Vorstand dar. Juristisch besteht die Sterbekasse bereits seit 1951. Ihre Geschäfte wurden bislang vom jeweiligen SJV-Vorstand mit erledigt. Der gesonderte Vorstand besteht aus Ulli Wagner (Vorsitzende), Thomas Sponticcia (Stellvertreter) und Klaus-Dieter Tiator (Schatzmeister). Beisitzer sind Anja Geis und Fred Eric Schmitt.

Der Verein verfügt über ein Vermögen von rund 50.000 Euro, das über Beiträge der Mitglieder gespeist wird. Angehörige erhalten im Sterbefall eine Beihilfe von 500 Euro.

Text: Alexandra Broeren
Foto: Pasquale D'Angiolillo

 

Journaille