Montag, 06.09.2010

Aktuelles: Nachrichten von SJV und DJV

Meldung des SJV

Von Atacora an die Saar

„Für mich war dieses Praktikum das wichtigste und interessanteste, das sich außerhalb des Benin gemacht habe“

Aime im SR-Studio

Als mir Natalie Weber sagte, dass alles eingetütet sei für mein Praktikum in Deutschland und Frankreich, überkam mich eine riesige Freude. An jenem 14. März, als ich in Saarbrücken ankam, kam mir alles wie ein Traum vor - aber ein Traum, bei dem ich wach war. Alles erschien mir so neu und anders, alles erschien mir so schön und „fortschrittlich“. Soviel Technologie und soviel Modernismus. Ich freute mich auf mein Praktikum beim SR und bei Radio Jérico.

Vom ersten Tag an hat mir gefallen, wie ich empfangen wurde. Die Leute nahmen mich wirklich sehr offen auf und interessierten sich für mich und für das, was ich in Benin mache. Über das Praktikum beim SR hinaus, konnte ich beobachten, wie dieses ganze „große System“ funktioniert, aber ich hatte auch unvergessliche Begegnungen. Begegnungen, die mich so geprägt haben, dass ich nach der Rückkehr in mein Land eine Weile gebraucht habe, um mir all der Dinge, die ich während meines Aufenthaltes erlebt habe, bewusst zu werden. Zuerst war da Gerd Heger. Das ist wirklich jemand ganz Besonderes, ein großer „Träumer“, in seiner Seele ein Poet, jemand, der viel Mitgefühl für andere hat. Ich habe eine seiner Live-Sendungen mit Publikum miterlebt; ich konnte ihn einen Nachmittag lang auf dem Sender begleiten und ich habe sogar als Gast an seiner Sendung „Rendez-vous Chanson“ teilgenommen. Für mich war das etwas Besonderes und ich mochte seine Art.

Ich bin während meines Praktikums beim SR vielen Menschen begegnet und habe viele Namen im Gedächtnis behalten - auch wenn ich sie nicht immer richtig aussprechen konnte: Hans-Günther Brüske, Anette Kürmeyer, Maria Gutierrez, Paul Kromer, Susanne Scherer, Sven Behrmann, Norbert Blauth, Frank Adam, Roland Schmitt, Benedikt Fohr, Roland Helm, Julia Scheibe, Gabi Bohr, Sascha Klein, Christa Littner-Ecker, Ulli Wagner (die ich in meinem Herzen fast wie eine „Mama“ bewahrt habe)… Von allen habe ich mir auch ein Bild bewahrt, dank der Fotos, die ich gemacht habe. Aber wenn es einen Namen gibt, den ich nie mehr vergessen werde, Sie war wirklich eine „große Schwester“ für mich. Ohne sie wäre ich in dem großen SR wohl verloren gewesen. Lisa Huth hat mich so gut unter ihre Fittiche genommen und mich so verhätschelt, dass ich sie seit meiner Rückkehr vermisse. Sie ist wirklich eine wunderbare Dame und sehr offen. Dank ihr habe ich auch viel über die Geschichte des Saarlandes gelernt, über die Menschen und die Sprachen dort. Die meisten Entdeckungen, die ich beim SR gemacht habe, verdanke ich ihr, denn sie hat nichts ausgelassen.

In Metz, bei Radio Jérico, war es sicherlich Jean-Louis Baudoux, der mich durch seinen Stil am meisten geprägt hat. Vom ersten Tag an habe ich seine professionelle Arbeitsweise und seine Art, frei von der Leber zu sprechen, geschätzt. Vor allem hat mich die Masse an VIPs beeindruckt, die er kennt und duzt. Er hat mir auch viele Insidertipps gegeben, die mir in meinem Beruf als Journalist sehr nützlich sind. Auch den Technischen Direktor von Radio Jérico, den alle „Nick“ nennen, habe ich in guter Erinnerung behalten. Nicolas hat mich beeindruckt, weil er das lebende Gedächtnis von Radio Jérico ist: Er weiß alles darüber und hat auch nicht gezögert, mit mir über alles zu reden, sogar über die Probleme, die Radio Jérico durchmacht. Dank seiner Offenheit konnte ich Vergleiche ziehen zwischen den Problemen von Radio Nanto FM und Radio Jérico. Auch alle anderen Begegnungen während meines Praktikums bei Radio Jérico waren mir sehr wichtig, z.B. mit Jean-Paul Berlocher, Myriam Parisot (und ihrem Hund Ulsan), Thierry Georges, Michel Séaux, Didier…

Und wie könnte ich nicht von ihr sprechen! Unmöglich! Denn sie ist die Organisatorin, die Regisseurin, die Bühnenbildnerin, die Realisatorin dieses Meisterwerks, das mein Praktikum für mich war. Dank ihr war nichts dem Zufall überlassen. Meine Unterbringung, meine Verpflegung, meine Freizeiterlebnisse - all das verdanke ich ihrem wunderbaren Talent, mit einem Nichts anzufangen, um daraus ein Alles zu machen. Sie ist wie eine Ameise, für die alles perfekt sein muss, sonst muss es neu gemacht werden. Sie ist wirklich eine wunderbare Frau, der all meine Dankbarkeit gilt: Natalie Weber.

Ich kann auch nicht ihr Netzwerk von Freunden vergessen, das sie in Gang gesetzt hat, um meine Unterbringung sicher zu stellen, vor allem in Frankreich. Ich spreche von Sascha Klein, Matthieu Villeroy de Galhau, Audrey Bouyer und Grégory Reyter, Jean-Louis Roselli, Stéphane Wicker und seiner Freundin. Dank jedem einzelnen von ihnen habe ich in Deutschland und Frankreich unvergessliche Momente erlebt und ich bewundere, was sie für den Erfolg meines Aufenthalts getan haben.

An dieses Praktikum in Deutschland und Frankreich habe ich nur gute Erinnerungen. Und vor allem habe ich viele Dinge gelernt, dank derer ich mein Radio fortentwickeln kann und daran mitwirken kann, unser eigenes Radio-Netzwerk auf die Beine zu stellen und zum Laufen zu bringen. Ich habe schon damit begonnen, einige meiner neuen Erkenntnisse aus der Zeit beim SR und bei Radio Jérico umzusetzen. Jetzt wünsche ich mir, dass eines Tages meine neuen Freunde nach Afrika und vielleicht sogar in den Benin kommen, weil ich glaube, dass wir gegenseitig viel voneinander lernen können. Euch allen gilt mein Dank für den Erfolg dieses Aufenthalts. Danke!

Text: Aimé Lavenir Béhanzin
Übersetzung: Natalie Weber

Aime an der Saarschleife
 

Journaille